Sie sind das Kostbarste, was das alte Bergedorf hinterließ

Die sog. beiderstädtischen Bergedorfer Briefmarken - von 1861 bis 1867 gelaufen - sind unter den Sammlern der ganzen Welt bekannt und begehrt.
Die Bezeichnung »beiderstädtisch« rührt von der Wappenzeichnung auf diesen frühen Marken her: Die linke Hälfte zeigt den Lübecker Adler, die rechte das Hamburger Stadttor.

Dieses Bergedorfer Wappen sollte auf die damalige gemeinsame Verwaltung des Amtes Bergedorf (das waren: das Städtchen Bergedorf, die Vierlande, Dorf Geesthacht) durch die Städte Hamburg und Lübeck hindeuten.


Postmeister W. Paalzow

 

Bereits 1840 gab es die ersten Briefmarken in England.

Nachdem Hamburg und Lübeck am 1. Januar 1859 eigene Marken herausgaben, wollten Bergedorfs Stadtväter nicht zurückstehen.

Am 25. Juni 1859 wurde der erste Antrag wegen Briefmarken für das Amt Bergedorf an den Amtsverwalter Dr. Kaufmann gestellt. Die Angelegenheit blieb - wie viele Neuerungen in der damaligen Zeit - erstmal über ein Jahr lang bei der Behörde liegen.

Erst am 19. Juni 1861 berichtete Bergedorfs Postmeister Wilhelm Paalzow auf Anforderung des Sekretärs Dr. Winkler über den Stand der Vorbereitungen. Er teilt mit, dass die nach seiner Meinung nötigen 550.000 Marken mit den Drucksteinen 198 Hamburger Mark Courant kosten würden. Probedrucke der Marken in endgültiger Zeichnung legte er diesem Schreiben bei, und zwar in den Farben:
1/2 Schilling schwarz auf lila, 1 Schilling schwarz auf weiß, 1 1/2 Schilling schwarz auf blassgelb,
3 Schilling schwarz auf weinrot und 4 Schilling schwarz auf chamois.

Bis auf zwei wurden die Vorschläge angenommen. Weshalb die 1/2 Schilling später in schwarz auf blau und die 3 Schilling in blau auf rosa gedruckt wurden, ist unklar geblieben .
Die Probedrucke werden von Zeit zu Zeit noch im Handel angeboten. Durch die unterschiedliche Größe der Marken und die unterschiedliche Bogen-Zusammenstellung kommen Zwischensteg- und Kehrdruck-Einheiten vor

(Hinweis: So wurden z.B. bei der »BEPOSTA ‘86« im Lichtwarkhaus die einzigen noch existierenden Original-Schalterbogen gezeigt).

 






Bereits im Jahre 1866 stellte die Bergedorfer Postverwaltung Fälschungen des von ihr herausgegebenen 4 Schilling-Wertes fest.
Viele weitere Fälschungen folgten, so dass man Bergedorf-Briefmarken stets auf ihre Echtheit prüfen lassen sollte.
Die Bergedorfer Briefmarken erhielten auf den Brief en den typischen Fünf-Strich-Stempel, in seltenen Ausnahmefällen den Halbkreis-Ortsstempel

Am 1. Januar 1868 übernahm der Norddeutsche Postbezirk auch das Bergedorfer Postamt.

Die Ära eigener Bergedorfer Briefmarken fand damit ein Ende.

Am 1. Januar 1872 übernahm dann die neu gegründete Deutsche Reichspost auch den Norddeutschen Postbezirk.

 

... und so sieht sie aus, die neueste Briefmarke aus Bergedorf, vom Grundeigentümerverein als BRIEFMARKE INDIVIDUELL herausgegeben.

 

 

 

Eine Veröffentlichung des Briefmarkensammlervereins für Bergedorf und Umgebung von 1911 e.V.,
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